Wenn der Rucksack vollgepackt ist, ist man manchmal selber schuld

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Wir waren auf einer Jugendfreizeit im Vinschgau in Südtirol. Am Morgen sind wir früh aufgestanden und auf Bergtour gegangen. Jeder hatte seinen Rucksack dabei mit Vesper und Getränken. Nach gut zwei Stunden beschwert sich einer der Jugendlichen: Es sei zu anstrengend und vor allem sei sein Rucksack so schwer. Wir haben eine kurze Pause gemacht, ihn aufgemuntert und weiter ging’s. Aber irgendwann konnte und wollte der junge Mann nicht mehr. Sein Rucksack sei zu schwer. Also hat sich einer bereit erklärt, den Rucksack für ihn zu tragen. Das tat er auch bis zur Mittagspause. Da machen alle ihren Rucksack auf und holen ihr Vesper raus. Der junge Mann, dem sein Rucksack zu schwer war, öffnet ihn auch. Aber bevor er das Vesper auspackt, holt er erstmal einige Steine aus dem Rucksack, gar nicht so kleine, und legt sie neben sich ab. Alle staunen: Ja kein Wunder ist dir dein Rucksack zu schwer. Warum hast du da Steine drin? Die Antwort: Sie haben ihm gefallen. Deshalb hat er unterwegs immer mal wieder einen eingepackt. Er will sie als Andenken mit nach Hause nehmen. Bei uns anderen herrschte Fassungslosigkeit. Wie kann man nur!

Ist es nicht manchmal so? Ich trage Schweres mit mir rum und stöhne unter der Last und beklage mich drüber. Und gleichzeitig ist mir diese Last zu so einer gut gepflegten Gewohnheit geworden, dass ich sie gar nicht abzulegen bereit bin. Ein alter Streit, eine jahrelange Feindschaft, Funkstille, wo früher mal eine enge Beziehung war... Und jetzt leide ich drunter und kann nicht mehr. Aber den Streit überwinden, die Feindschaft beenden, verzeihen und neu anfangen, das ist mir auch zu anstrengend. Das will ich gar nicht. Nicht von mir aus jedenfalls. Soll der andere doch zu mir kommen! Sonst trage ich lieber den schweren Rucksack weiter mit mir rum.

Das aber muss nicht sein. Wir haben in Jesus einen Herrn, der Lasten abnimmt – und der hilft, sie abzugeben an ihn. Dass wir das können wünscht mit herzlichen Grüßen

Matthias Trick