Träumer haben keinen guten Ruf

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Sie gelten als abgehoben im wahrsten Sinne des Wortes, als schwebten sie ein bisschen über dem harten Boden der Tatsachen. Als lebten sie in einer eigenen Welt. Als nähmen sie die Wirklichkeit gar nicht wahr. Träumer sind Idealisten. Sie rennen einer Idee hinterher – aber erreichen sie nie.

Träumer sind aber auch Visionäre. Sie blicken nach vorn, in die Zukunft. Sie sehen, was nicht ist, aber werden könnte. So wie Martin Luther King, der vor 50 Jahren ermordet wurde. Er hatte den großen Traum von Frieden und Versöhnung zwischen Weißen und Schwarzen in den USA. "I have a dream" heißt seine berühmteste Rede. 1963 hat er sie vor einer halben Million Zuhörern in Washington gehalten. Und er hat mit allen Kräften daran gearbeitet, dass dieser Traum Wirklichkeit wird. Dafür wurde er angefeindet, bedroht und schließlich umgebracht. Aber sein Traum lebte und lebt weiter. Ein Traum, den er ja nicht erfunden hat – wie könnte man Träume erfinden? Nein, diesen Traum hat er aufgenommen aus den tiefen Glaubensliedern der schwarzen Sklaven, den Spirituals. Und die haben ihn übernommen aus den großen Hoffnungserzählungen der Bibel.

Die größte dieser Hoffnungsge - schichten hat an Weihnachten begonnen mit der Geburt von Jesus, dem Sohn Gottes. Da haben auch alle zuerst gedacht, sie hätten einen Traum: Maria, Josef, die Hirten von Bethlehem – für alle war das wie ein Traum, was da passiert ist. Und viele halten das auch heute für eine große Träumerei, ein Hirngespinst.

Aber wie viele Leute hat die Geschichte von Jesus schon berührt, nicht nur die von Weihnachten, auch die von seinem Tod und seiner Auferstehung an Ostern! Wie viele Leute hat das schon verändert! Wie vielen Leute hat Jesus Hoffnung gegeben! Und er gibt sie heute noch. Das ist kein Traum. Das kann man erfahren.

Soll man uns doch Träumer nennen, wenn wir Weihnachten feiern. Soll man uns Träumer nennen, wenn wir an Jesus glauben. Soll man uns Träumer nennen, wenn wir auf seine Wiederkunft hoffen und auf Gottes neue Welt. Dann haben wir vielleicht keinen guten Ruf. Aber wir haben einen Herrn, dessen Liebe und dessen Kraft uns trägt.

Herzlich,
Matthias Trick